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Reisbach. (ob)  Seit Anfang Juni ist einmal wöchentlich Thomas Obermaier
an der Grundschule in Reisbach und in Oberhausen vor Ort. Er übernimmt
die Aufgabe des Schulsozialarbeiters, um im Idealfall dafür zu sorgen,
dass Konflikte erst gar nicht entstehen, aber auch, um das Thema
Wertevermittlung an der Schule voran zu bringen.


Jeden Freitagvormittag arbeitet der 24-jährige Kinderpfleger, zunächst
bis Schuljahresende, zum einen präventiv, aber auch, um ganz konkret bei
Vorfällen aktiv zu werden, etwa, wenn es aktuell auf dem Pausenhof zu
Konflikten kommt oder wenn es gilt, bereits vorhandene Unstimmigkeiten
aufzuarbeiten.
Seit drei Jahren ist er an der Grund- und Mittelschule in Eichendorf in
der Mittagsbetreuung beschäftigt. Hier steht er eng mit einer Pädagogin
in Kontakt und kann so auch sein eigenes Können regelmäßig ausbauen.
Ohnehin hat der junge Mann generell „einen guten Draht“ zu Kindern. Er
selbst sieht sein Hauptaufgabengebiet in der Schulung der Klassen in
Teambuilding und der Stärkung des Klassengefüges. Er ist bei
Streitschlichtung der Schüler untereinander zur Stelle und möchte eine
Vertrauensbasis zwischen Lehrern und Schüler schaffen.
Selbstverständlich können auch die Lehrer auf ihn zukommen, um speziell
eventuelle Konflikte zur Sprache zu bringen.
Rektorin Claudia Richwald freut sich über die Realisierung dieses
Angebots. Die beiden ersten Vormittage verliefen bereits recht positiv
und die Entwicklung, so stellt sie fest, habe die richtige Tendenz. Ganz
alltägliche Tugenden wie Höflichkeit, Freundlichkeit oder Dankbarkeit
bleiben heute oftmals leider auf der Strecke. Hier hoffte sie, dass
Thomas Obermaier nachhaltig tätig werden könne. Gemeinsam mit der
Ethik-Gruppe arbeitete die Lehrerin das Thema mit „Vier Tipps gegen
Streit“ in Rollenspielen auf, die den Mitschülerinnen und Mitschülern
sozusagen zum Einstieg in dieses neue Angebot im Rahmen der
Schulversammlung gezeigt wurden.
Die Finanzierung dieses Projektes, das zunächst bis zum Schuljahresende
befristet ist, ist über Spendengelder gesichert. Diese wurden über einen
längeren Zeitraum angesammelt und von den Gebern speziell für den
Bereich Wertevermittlung und Sozialerziehung gegeben. Sollte man von der
positiven Tendenz überzeugt sind, erklärte sich die Gemeinde bereit, die
Kosten für den Schulsozialarbeiter ab dem kommenden Schuljahr zu
übernehmen.
„Es ist eine nachhaltige Aktion“, sind sich beide einig. Im Erdgeschoss
wurde ein eigener Briefkasten installiert, der Post für Thomas Obermaier
aufnimmt. Hierin können Kinder ihre Anmerkungen schreiben und auf
Probleme hinweisen, die von ihm aufgegriffen werden. Selbstverständlich,
so betonte der Sozialarbeiter, können die Buben und Mädchen stets auf
ihn zukommen, wenn er vor Ort ist. Dabei schaut man natürlich, dass
möglichst alle Schülerinnen und Schüler von dieser neuen
Vertrauensposition profitieren. Geht es nach den Wünschen von Thomas
Obermaier, so wäre es der Idealfall, wenn er auch von den Eltern
Unterstützung bekommen würde.

Foto: Ein extra Briefkasten wurde für den Schulsozialarbeiter installiert.