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Reisbach. Im Oktober vergangenen Jahres lief das Projekt „Coaching in der Schulverpflegung“ in Reisbach an. Seither wurde intensiv gearbeitet, Veränderungen auf den Weg gebracht und umgesetzt. Ein breit aufgestelltes Essengremium verfolgte die gesteckten Ziele. Nun zum Ende des Schuljahres fand auch das Projekt mit der letzten Sitzung am Dienstagnachmittag seinen Abschluss.

Gecoacht wurde die Grundschule Reisbach, wobei aber auch die weiteren kommunalen Einrichtungen für die Kinder mit Mittagessen ihre Vorteile daraus zogen. In Absprache mit Bürgermeister, Seniorenheim als Caterer und dem Landratsamt bewarb sich die Grundschule für dieses Projekt und erhielt als eine von acht Niederbayerischen Schulen den Zuschlag. Das „Coaching-Projekt Schulverpflegung“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern läuft seit sechs Jahren an über 250 Schulen in Bayern. Die Schule erhielt nun für die Dauer dieses Schuljahres einen externen Coach zur Seite gestellt, der die Verbesserung der Verpflegung begleitete. Dabei begleitete und unterstützte mit Dipl. oec. Troph. Theresia Nüßlein eine kompetente Fachfrau die zurückliegenden Monate. Die Grundschule stellte mit der Verpflegungsbeauftragten Christine Leigraf, der Leiterin der Mittagsbetreuung, die Ansprechpartnerin für den Coach. Die Belieferung der Schule erfolgt durch das Seniorenheim St. Josef in Reisbach, das auch die Kinderkrippe, die Kindergärten und die Mittelschule versorgt. Aus diesem Grund sind auch diese Einrichtungen im Essensgremium vertreten. Dem Kreis gehören neben Christine Leigraf die Schulleiterin der Grundschule Claudia Richwald, Rektor Helmut Schauer von der Mittelschule, vom Seniorenheim Küchenleiter Georg Fuchs und Heimleiterin Christine Wimmer, Sylvia Weigl vom Landratsamt, 1. Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner, Daniela Willinger von der Gemeinde, das Hausmeisterehepaar Aigner, die Leiterinnen der Kindergärten St. Wolfsindis Margit Hobmeier und St. Michael Hannelore Eidinger, der Kinderkrippe Sabine Roth, Gabriele Neubrand-Kußmaul von der Mittagsbetreuung der Mittelschule, Marianne Petrat, Mitarbeiterin der Mittagsbetreuung und Marie Monique Neugebauer-Aude als Elternvertreterin an.

Die abschließende Zusammenkunft führte einen Großteil der Verantwortlichen im Reisbacher Sitzungssaal zusammen, unter ihnen auch Schulrat Stefan Pielmeier. Selbst wenn das Projekt seinen Abschluss fand, so soll das Verpflegungsgremium bestehen bleiben und den eingeschlagenen Weg weiter gehen. Schließlich wirkt es nachhaltig und ist keine „Eintagsfliege.“ Die Schulen sollen die Ernährung der Schüler im Blickpunkt halten und verbessern.

Nun ergaben sich in diesem Rahmen konkrete Veränderungen. Dazu gehört die neue Organisation der Ausgabe in der Mittagsbetreuung, die nun direkt in den Räumen der Mittagsbetreuung und nicht mehr bei den Mittelschülern erfolgt. So brauchen die Kinder nicht mehr den Teller über den Gang tragen, was den Ablauf beruhigt und die Atmosphäre beim Essen verbessert. Auch wird dadurch eine individuelle Portionierung möglich. Dafür waren eigene Wärmebehälter nötig, die Schulung der Mitarbeiterinnen und die Bereitschaft des Teams in der Mittagsbetreung, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Obst- und Gemüsekiste für die Mittagsbetreuung finanziert die Gemeinde. Die wöchentliche Lieferung wird vor Ort aufgeschnitten, wobei das Buffet von den Kindern sehr gut angenommen wird. Nachdem sie selbst mithelfen, lernen sie Obst und Gemüse kennen und der Verzehr steigt. Die Schülerinnen und Schüler machten zusätzlich den Sinnesparcours in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Ernährung.

Auch gab es Veränderungen im Speiseplan. In Anlehnung an den „Qualitätsstandard für die Schulverpflegung“ der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) wird der Speiseplan laufend überarbeitet. Der neue Küchenchef im Seniorenheim ist diesbezüglich sehr kooperativ und hat auch bereits Erfahrung in der Schulverpflegung. Derzeit läuft noch die Erarbeitung eines gemeinsamen Verpflegungsleitbildes. Kinder werden ab der Krippe bis evtl. Mittelschule versorgt. Neben der Familie spielen somit diese Einrichtungen eine zentrale Rolle in der Ernährungserziehung. Diese Verantwortung will man auch wahrnehmen. Ein gemeinsames Leitbild wird derzeit erarbeitet. Darin wird beschrieben, was den Kindergärten und Schulen bzgl. der Verpflegung wichtig ist, wie beispielsweise das Schaffen einer guten Atmosphäre beim Essen durch Porzellan- und Glasgeschirr, Servietten und Tischschmuck sowie das Einführen von Tischregeln.

Bürgermeister Holzleitner, der die Abschlussbesprechung mit einem Gruß einleitete, sprach von einem sehr spannenden Prozess. Er dankte Christine Leigraf für die Idee, das Thema anzustoßen. Er dankte, wie auch Grundschulrektorin Claudia Richwald, Christine Leigraf und Marianne Petrat vor allem Theresia Nüßlein für ihre fachkundige und souveräne Leitung des Gremiums sowie allen, die sich einbrachten. Die bereits erzielte Verbesserung sollte kontinuierlich weiter vorangebracht werden. Denn, am Ende des Weges sei man mit Sicherheit noch nicht.