Coachingprojekt Mittagsbetreuung

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Reisbach. Mit dem Erstgespräch wurde das „Coachingprojekt Schulverpflegung" für das aktuelle Schuljahr am Donnerstag auf den Weg gebracht. Auch wenn das Coaching für die Grundschule Reisbach
bestimmt ist, so dürfte sich für alle weiteren Einrichtungen in der Gemeinde mit Angebot zum Mittagessen ebenfalls ein Nutzen ergeben.

In Absprache mit Bürgermeister, Seniorenheim als Caterer und dem Landratsamt bewarb sich die Grundschule für dieses Projekt und erhielt als eine von acht Niederbayerischen Schulen den Zuschlag. Es wurde deutlich hervorgehoben, dass das Essen, das die Küche vom St.Josef liefert, bei den Kindern sehr guten Zuspruch erfährt. Nun möchte man die Chance nutzen, vielleicht weitere Optimierungen umzusetzen, wobei die Teilnahme an dem „Coachingprojekt Schulverpflegung" kostenlos ist. Die Vernetzungsstelle für Niederbayern befindet sich am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut. Sie unterstützt Schulen, denen die gesundheitsförderliche Ernährung der Schüler am Herzen liegt. Kernpunkt des Projektes ist der Schulverpflegungs-Choach, der zur Seite gestellt wird. Ziel ist ein ausgewogenes, vollwertiges Essen. Dazu werden die „DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung", erarbeitet von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, angesetzt. Sie stellen einen Rahmen zur optimalen Gestaltung des Verpflegungsangebots und zur Quantitätssteigerung dar.

 

Die Runde, die sich zu diesem Erstgespräch im Rathaus zusammenfand war groß, weshalb 1. Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner in den Sitzungsaal eingeladen hatte. Dipl.- oec. troph. Angela Dreier vom AELF Landshut und Dipl.- oec. troph. Theresia Nüßlein, Verpflegungs-Coach für dieses Schuljahr, knüpften mit den Vertretern der Grund- und der Mittelschule sowie der Kindergärten, der Kinderkrippe und des Seniorenheimes St. Josef ersten Kontakt.

Wie Angela Dreier ausführte, übernehmen Bund und Freistaat die Finanzierung dieses Konzeptes. Es geht hierbei nicht nur um die reine Versorgung der Schüler und Lehrer, sondern um ausgewogenes Essen und Trinken, unterstützt durch Ernährungsbildungsmaßnahmen und durch Vorleben.

Die externe Fachkraft Theresia Nüßlein wird die Grundschule Reisbach in diesem Jahr 50 Stunden begleiten, die sie jedoch nicht ausschließlich vor Ort einsetzt. Ein entsprechendes Essensgremium wird sich regelmäßig treffen, um mit ihr Lösungen zu erarbeiten und Erfahrungswerte weiter zu geben. Allerdings braucht der Kreis den Rückhalt von Schule und Eltern, weshalb möglichst viele die Chance nutzen sollten, sich einzubringen. Verpflegungsbeauftragte Christine Michel ist direkte Ansprechpartnerin für Theresia Nüßlein.

Wie schaut ihre Unterstützung aus? Es geht um Mittagsverpflegung, Speisenangebot, Gestaltung des Speisesaals. Zugleich kommt auch der wirtschaftliche Aspekt mit zum Tragen. Zum Aufgabengebiet gehört das Hinterfragen von Organisation und Arbeitsablauf der Essensausgabe und in der Küche, um die räumlichen Rahmenbedingungen u. a.. Favorisiert wird ein Speiseplan mit weniger Fleischanteil sowie viel Gemüse und Obst. Dabei ist die Begleiterin keine Küchenplanerin, aber gerne beratend tätig. Es soll ein „auf den Weg bringen" sein. Angela Dreier sah Reisbach als gutes Beispiel für Schnittstellen.

Theresia Nüßlein stellte sich und ihre Arbeit genauer vor. Die dreifache Mutter weiß wohl um die richtige Ernährung, weiß aber auch, dass die Umsetzung nicht immer funktioniert. Die Fachfrau aus Simbach/Inn sieht sich als Moderatorin. Ihre Absicht ist es, in diesem Jahr vieles anzustoßen, Konzepte für eine gesundheitsförderliche Mittagsverpflegung zu erarbeiten und gemeinsam eine Zielsetzung zu formulieren und Wege zu suchen, diese umzusetzen.

Das Thema Schulverpflegung ist für Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner wichtig, auch vor dem Hintergrund, dass manche Kinder nichts zu essen bekommen. Man sitze im gemeinsamen Boot, weshalb
man auch alle, die von der Küche des Seniorenheimes das Mittagessen beziehen, mit in diesen Kreis einbeziehen werde. Es sei sehr wohl eine Herausforderung, generationenübergreifend zu kochen, wobei die Möglichkeiten des Machbaren von Küchenchefin Ursula Schmidbauer und ihrem Team bisher ohnehin ausgeschöpft sein dürften. Auch deshalb, weil die Zahl der Kinder, die das Mittagsangebot nutzen, steige. Dabei muss versucht werden, vom jungen Erdenbürger bis zum Senior allen gerecht zu werden.

Die bisherigen Runden an anderen Schulen haben gezeigt, dass die Empfehlungen der Experten engagiert und rasch in die Tat umgesetzt werden. Besonders bewährt haben sich die regelmäßig stattfinden Treffen des Essensgremiums, wobei auch in Reisbach bei dieser ersten Zusammenkunft schon intensiv beraten und diskutiert wurde.

Foto: Angela Dreier und Theresia
Nüßlein stellten das Projekt vor.