Grundschule Reisbach – Elternabend/Informationsabend zum Übertritt


Reisbach. Zu einem informativen Abend rund um das Thema „Übertritt“ durfte Konrektorin Sandra Schütz die Vertreter der weiterführenden Schulen sowie die Eltern der diesjährigen Viertklässler begrüßen. Wie Beratungslehrer Konrad Bachmeier von der Mittelschule Reisbach ausführte, biete das bayerische Schulsystem viele Möglichkeiten, um verschiedene Abschlüsse zu erlangen. Die Frage, ob denn ein Kind für eine bestimmte Schulart geeignet sei, beschäftige viele Eltern. Dies könne pauschal nicht beantwortet werden, doch sollte die Lern- und Leistungsbereitschaft des Kindes dem Anforderungsprofil der Schulart entsprechen. Große Aussagekraft habe dabei die Beurteilung durch die Klassenlehrkraft. Im Übertrittszeugnis im Mai werde zudem eine Eignungsempfehlung ausgesprochen. Außerdem ist der Besuch eines Probeunterrichts möglich, wenn der erforderliche Notendurchschnitt nicht erreicht werde. Doch auch nach der fünften Jahrgangstufe ist der Übertritt noch möglich. Die Gefahr einer Fehlentscheidung sei sehr hoch, wenn die Eltern Wünsche vorgeben bzw. wenn die Kinder sich nach den Entscheidungen der Freunde richten. Werden Leistungen in der vierten Jahrgangstufe nur mit erheblichem Aufwand erzielt, so könne dies zu einer Überforderung an Realschule oder Gymnasium führen. An der Mittelschule könne jedes Jahr auf den M-Zweig gewechselt werden. Weiter führte er aus, dass die Noten der Fächer Deutsch, Mathe und HSU die Gesamtdurchschnittsnote bilden, die für den Übertritt entscheidend ist.
Zunächst stellte Konrad Bachmeier selber die Maximus-von-Imhof-Mittelschule vor. Oftmals sei die Mittelschule das „Schreckgespenst“ der Eltern, doch den Schülern stehe hier jeder Weg offen. Die Mittelschule vermittle eine grundlegende Allgemeinbildung und bereitet durch eine vertiefte Berufsorientierung auf eine erfolgreiche berufliche Ausbildung vor. Dabei setze man besonders auf praxisbezogene Lerninhalte und individuelle Förderung. Es sei also ein „praktisch orientierter Schultyp“. Leitfach ab der fünften Klasse sei „Wirtschaft und Beruf“, zudem in der fünften Klasse Werken und Gestalten. Ab der siebten Klasse kommen berufsorientierte Zweige hinzu, die sich mit Technik, Wirtschaft und Kommunikation und Ernährung und Soziales beschäftigen. Im Bereich Technik beschäftige man sich mit den Bereichen Holz, Metall, Kunststoff und Elektro, technisches Zeichen und CAD und erkundet dabei technische und handwerkliche Berufe. Ernährung und Soziales umfasse Haushalt, Ernährung und soziales Handeln (Pflege), was in Lebensmittelherstellung, -handel und sozialen Einrichtungen erkundet wird. Basiswissen in Betriebs- und Volkswirtschaft und Buchführung, z. B. Tastschreiben, Korrespondenz, Layout, Präsentation, das wird in Wirtschaft und Kommunikation unter die Lupe genommen und zwar in kaufmännischen und verwaltungstechnischen Betrieben. Betriebserkunden, Praktika, Praxistage, Berufsorientierungscamp, Kooperationen, Einbindung externer Experten und Bewerbungstraining und viele mehr runden hier das ganze ab. Auch die Offene Ganztagesschule wurde näher vorgestellt.
Wer sich für den M-Zweig entscheide, könne Ende der zehnten Klasse den mittleren Schulabschluss erwerben, welcher dem Realschulabschluss gleichgesetzt sei und auch die Wege zum Studium sind noch offen.
Manfred Bauer (zweiter Stellvertreter) von der Realschule Dingolfing führte aus, dass die Realschule eine Mischung aus Theorie und Praxis sei. Es werde ein breite, allgemeine und berufsvorbereitende Bildung vermittelt. Außerdem sei es ein Sprungbrett für die weiterführenden Bildungswege. An der Realschule in Dingolfing besteht die Möglichkeit, die Forscherklasse zu besuchen, hier werden durch das Forschen kognitive und kreative Fähigkeiten gefördert, die Teamfähigkeit geschult und das Experimentieren, Ausprobieren, Querdenken und Neugierigsein bestärkt. Außerdem gibt es eine Chorklasse, in speziellen Stunden entdecken die Schüler den richtigen Umgang mit der eigenen Stimme, das Singen fördert kognitive, kreative, emotionale und ästhetische Fähigkeiten und zudem wird durch die geschulte Atemtechnik ein Beitrag zur eigenen Gesundheit geleistet. Ab der siebten Klasse wird in vier Wahlpflichtfächergruppen aufgeteilt. Zweig I beinhaltet den technischen Schwerpunkt mit Mathematik und Physik; Zweig II ist bekannt als der Wirtschaftszweig mit Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre; Zweig IIIa ist mit Französisch der sprachliche Zweig und IIIb beinhaltet Haushalt und Ernährung. Mit dem Besuch der Realschule stehen den Schülern alle Wege offen, bis hin zur Universitätsreife. Die meisten entscheiden sich aber für eine Berufsausbildung, aber auch die Fachoberschule wird von vielen angestrebt. Auch die offene Ganztagesschule werde weiterhin angeboten.
Johanna Zuchs, Beratungslehrerin am Gymnasium Dingolfing, stellte zu guter Letzt das System des Gymnasiums vor. Es werde viel verlangt, aber es ist auch gut machbar. Ziel ist der direkte Weg zum Abitur. Johanna Zuchs ermunterte die Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium zu schicken, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Der Schüler müsse vor allem dazu bereit sein, mit Fleiß an die Sache heranzugehen und mit Niederlagen (schlechten Noten) umzugehen. Hier werde ein stattliches Pensum abgearbeitet, was Freude am Lernen und Leistungsbereitschaft brauche. Sie stellte auch die beiden Richtungen vor, die am Gymnasium eingeschlagen werden können. So wird unterschieden zwischen dem sprachlichen (dritte Fremdsprache) und dem naturwissenschaftlichem-technischem Zweig (Chemie). Die Schüler fallen auch wieder unter das G9. Bereits zur sechsten Klasse kommt die zweite Fremdsprache hinzu, hier bestehe die Wahlmöglichkeit zwischen Latein und Französisch. Die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen sind am 06. Mai bis 10. Mai 2019. Mitzubringen ist das Übertrittszeugnis, die Geburtsurkunde, ein Nachweis über die Staatsangehörigkeit, ggf. Sorgerechtsbeschlüsse.

Alles zum Übertritt

Von der 4. Jahrgangsstufe Grundschule:

Die Grundschule spricht eine Empfehlung aus, welche Schulart für das Kind in seiner derzeitigen Lebensphase angebracht ist. Die Grundschule zieht dafür die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht der 4. Jahrgangsstufe heran. Für den Übertritt auf das Gymnasium ist eine Durchschnittsnote von mindestens 2,33 erforderlich, beim Übertritt auf die Realschule 2,66. Bei einem Gesamtnotendurchschnitt der Fächer Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht ab 3,00 erhält die Schülerin bzw. der Schüler eine Schullaufbahnempfehlung für den Besuch einer Mittelschule. Das über ein Schuljahr gezeigte Lern- und Leistungsvermögen des Kindes ist daher für die Übertrittseignung maßgeblich. Durch einen erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der aufnehmenden Schulart kann ebenfalls die Eignung festgestellt werden.

Probeunterricht
Mit einem erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der gewünschten Schulart kann auch eine Eignungsfeststellung erfolgen. Dabei werden in einem dreitägigen Probeunterricht die schriftlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik zentral gestellt. In beiden Fächern werden auch mündliche Noten gebildet. Bestanden hat, wer in dem einen Fach mindestens die Note 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht hat.

Eltern entscheiden
Die Eltern können sich für einen Übertritt ihres Kindes entscheiden, wenn im Probeunterricht in beiden Fächern jeweils die Note 4 erreicht wurde.

Von der 5. Jahrgangsstufe Mittelschule:
Das Kind kann auch nach Abschluss der 5. Jahrgangsstufe von der Mittelschule in die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums wechseln. Für den Wechsel auf ein Gymnasium ist eine Durchschnittsnote im Jahreszeugnis von mindestens 2,0 in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik erforderlich. In Härtefällen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Eignungsfeststellung durch die Lehrerkonferenz. Für die Schülerinnen und Schüler staatlich genehmigter Schulen (z. B. Montessori-Schulen) findet ein eigener landesweit einheitlich gestalteter Probeunterricht statt.

Von der 5. Jahrgangsstufe Realschule:
Nach Abschluss der 5. Jahrgangsstufe an der Realschule kann das Kind in die 5. jahrgangsstufe des Gymnasiums wechseln. Hierfür benötigt es eine Vorrückungserlaubnis und im Jahreszeugnis eine Durchschnittsnote von mindestens 2,50 in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik. In Härtefällen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Eignungsfeststellung durch die Lehrerkonferenz. Für die Schülerinnen und Schüler staatlich genehmigter Schulen (z. B. Montessori-Schulen) findet ein eigener landesweit einheitlich gestalteter Probeunterricht statt.

 Weitere ausführliche Informationen finden Sie hier:

http://www.km.bayern.de/eltern/schularten/uebertritt-schulartwechsel.html